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KI im Unternehmen: Wo sie in Betrieben mit 10 bis 100 Mitarbeitern sinnvoll ist und wo nicht

Moritz Zettner22. Oktober 20266 Min. Lesezeit
Digitalisierung & StrategieKI im Unternehmen

Kurz gesagt

KI lohnt sich in Unternehmen mit 10 bis 100 Mitarbeitern dort, wo wiederkehrende, klar beschreibbare Tätigkeiten Zeit kosten und ein Mensch das Ergebnis prüft. Ohne verstandenen Prozess wird ein Ablauf durch KI nicht besser, nur schneller.

Erst die Prozesse, dann die KI

KI-Anwendungen sind in Unternehmen mit zehn bis hundert Mitarbeitern dann sinnvoll, wenn sie auf einem verstandenen Prozess aufsetzen. Ein schlecht definierter Ablauf wird durch KI nicht besser, nur schneller schlecht. Deshalb ist die erste Frage nie „Welches KI-Tool?“, sondern „Welche wiederkehrende Tätigkeit kostet bei uns am meisten Zeit?“.

Wo KI typischerweise sinnvoll ist

  • Wiederkehrende Textarbeit: Entwürfe für Antworten, Zusammenfassungen von Gesprächen, Angebotsbausteine
  • Sortieren und Zuordnen: eingehende Anfragen kategorisieren, Dokumente einordnen
  • Datenaufbereitung: Listen bereinigen, Eingaben vereinheitlichen
  • Wissenszugriff: Fragen zu internen Dokumenten beantworten, wenn die Dokumente vorhanden und gepflegt sind

Wo ihr vorsichtig sein solltet

  • Prozesse, die nicht definiert sind: Ohne klaren Ablauf gibt es nichts zu automatisieren.
  • Entscheidungen mit rechtlichen oder finanziellen Folgen: Hier braucht es menschliche Prüfung.
  • Sensible Daten: Datenschutz und Auftragsverarbeitung müssen geklärt sein, bevor Daten in ein Tool gehen.
  • Zu kleine Datenbasis: Wo kaum Daten vorliegen, hat KI wenig, worauf sie aufsetzen kann.

Die Auswahl: drei Prüffragen

  1. Ist die Tätigkeit wiederkehrend und klar beschreibbar?
  2. Gibt es einen Menschen, der das Ergebnis prüft?
  3. Ist der Nutzen messbar, zum Beispiel in eingesparter Bearbeitungszeit?

Nur wenn alle drei mit Ja beantwortet werden, lohnt sich ein Pilot.

So gehen wir vor

In der Digitalisierungsanalyse bewerten wir KI-Potenziale wie jede andere Maßnahme: nach Aufwand und Nutzen. Bei Unternehmen mit 11 bis 25 Mitarbeitern geht es oft um erste KI-Anwendungsfälle, ab 26 Mitarbeitern um die Integration in bestehende Systeme und Prozesse. Das Ergebnis ist eine Roadmap, keine Tool-Liste. Mehr unter Verstehen, was ist.

Häufige Fragen

Brauchen wir eine KI-Strategie?

Eher eine Priorisierung: Welche wiederkehrende Tätigkeit bringt den größten Nutzen? Daraus entsteht eine Roadmap, keine abstrakte Strategie.

Was ist mit Datenschutz?

Er muss vor dem Einsatz geklärt sein. Eine rechtliche Prüfung ersetzt dieser Artikel nicht.

Wie fangen wir klein an?

Mit einer klar beschreibbaren, wiederkehrenden Tätigkeit, einem prüfenden Menschen und einer messbaren Zeitersparnis.

Geschrieben von

Moritz Zettner, Geschäftsführer Zettner Brands

Moritz Zettner verantwortet die Marken der Zettner Brands, zu denen auch DigStrat gehört. Er schreibt über Digitalisierung, Vertriebssysteme und automatisierte Kundenkommunikation aus der Projektpraxis.