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Nach dem Go-Live: Warum Systeme nach vier Wochen verwaisen und wie ihr gegensteuert

Moritz Zettner15. Oktober 20264 Min. Lesezeit
Betrieb & PraxisNach dem Go-Live

Kurz gesagt

Systeme verwaisen meist, weil nach dem Projekt niemand zuständig ist, die Führung sie nicht nutzt und Inhalte veralten. Gegensteuern lässt sich mit einem internen Ansprechpartner, einer Nachfassschleife nach vier Wochen und vereinbarten Kennzahlen.

Die häufigste Ursache für gescheiterte CRM-Projekte ist erfahrungsgemäß nicht fehlende Technik, sondern fehlende Nutzung nach etwa vier Wochen. Das System ist eingerichtet, die Schulung war gut, und dann kehrt der Alltag zurück.

Warum Systeme verwaisen

  • Niemand ist zuständig: Nach dem Projekt fehlt der interne Ansprechpartner die Zeit zur Weiterentwicklung, nicht das Wissen.
  • Die Führung nutzt das System nicht: Wo weiter nach Bauchgefühl gesteuert wird, pflegt niemand die Daten.
  • Inhalte veralten: Automatisierte Journeys laufen weiter, auch wenn Texte nicht mehr passen oder Kontakte in der falschen Kategorie hängen.
  • Neue Mitarbeiter werden nicht eingearbeitet: Das System wird nach und nach auf die Hälfte reduziert.

Was dagegen hilft

  1. Eine verantwortliche Person im Unternehmen als Ansprechpartner. Das wird vor dem Go-Live vereinbart.
  2. Eine feste Nachfassschleife nach etwa vier Wochen: Wird noch so genutzt wie geschult?
  3. Vereinbarte Kennzahlen und ein fester Berichtsrhythmus. Ohne beides bleibt der Nutzen eine Behauptung.
  4. Eine Antwort auf die Frage: Was ist Teil der laufenden Betreuung, und was ist ein neues Projekt?

So gehen wir vor

Schulung ist bei uns kein Anhang, sondern der Punkt, an dem sich das Projekt entscheidet. Für den laufenden Betrieb gibt es Hosting und Retainer, die auf ein bestehendes Setup aufsetzen. Mehr unter Nach dem Projekt.

Häufige Fragen

Wie erkenne ich, dass ein System verwaist?

Felder werden nicht mehr gepflegt, Aufgaben bleiben offen, und Auswertungen widersprechen dem Bauchgefühl.

Wer sollte intern verantwortlich sein?

Eine Person mit Entscheidungsbefugnis, die das System selbst nutzt.

Geschrieben von

Moritz Zettner, Geschäftsführer Zettner Brands

Moritz Zettner verantwortet die Marken der Zettner Brands, zu denen auch DigStrat gehört. Er schreibt über Digitalisierung, Vertriebssysteme und automatisierte Kundenkommunikation aus der Projektpraxis.